Roland Tober, Gedanken zum Sonntag, 22.03.2020

Ein Segen

Liebe Leserin, lieber Leser,

nur nicht sich anstecken lassen und andere anstecken. Die Ausbreitung des Coronavirus verlangsamen. Auf diese Weise dafür sorgen, dass unsere Gesundheitsversorgung möglichst vielen Menschen in Not helfen kann. Wer hätte das gedacht, dass genau das jetzt Nächstenliebe ist: menschlichen Körperkontakt vermeiden, sich strikt an die Empfehlungen und Anweisungen der Behörden zu halten. Und in der Tat – das ist jetzt Nächstenliebe! Solch ein Verhalten wirkt lebensrettend. Und das ist jetzt dringend geboten. Für uns alle.

In diesen Tagen empfinde ich es als Segen, dass es Experten gibt. Virologenerklären uns die Pandemie, sprechen Empfehlungen aus, wie wir uns nun am besten verhalten. Als Segen empfinde ich auch, dass unsere Politiker die Empfehlungen der Virologen tatsächlich in Politik umsetzen. Auch wenn wir im Zusammenleben sehr stark eingeschränkt sind. Ja, das Gebot der Stunde heißt: sich möglichst nicht anstecken lassen und andere anstecken.

Aus Italien waren Bilder zu sehen, die bewegen. In Benevento in der Nähe von Neapel steht ein Mann mit seiner Tochter auf dem Balkon seiner Wohnung. Er mit einer Handtrommel, sie mit einem Tamburin. In der Straße gehen andere Balkontüren auf, Nachbarn holen ebenfalls Schlaginstrumente raus und beginnen mitzusingen, so ist es auf YouTube zu sehen. Am Ende bejubeln sie sich alle gegenseitig („Grandissimi!“) für ihr spontanes Balkonkonzert gegen häusliche Einsamkeit in Zeiten des Coronavirus.Beeindruckend. Da fangen Menschen an miteinander zu musizieren. Trotz Distanz entsteht eine verbindende menschliche Nähe. Menschenlassen sich davon „anstecken“ und machen mit. Was für ein wohltuender Moment.

Auch unter uns gibt es wohltuende Aktionen. Einkäufe werden für Nachbarn erledigt. Es wird viel mehr telefoniert. Man gibt sich Anteil an seinem Ergehen, redet sich manches von der Seele und hört zu. Vielleicht erzählen auch Großeltern ihren kleinen Enkelkindern am Telefon Geschichten von früher. Oder sie lesen einfach aus einem Kinderbuch vor.

Vielleicht nutzen wir die Zeit aber auch, indem wir beten und in der Bibel lesen. Etwa das „Hohelied der Liebe“ in 1 Korinther 13. Hilfreich finde ich beim Lesen dieses Kapitels auch, wenn ich an den Stellen, wo „Liebe“ steht, zunächst meinen eigenen Namen einsetze. Und wenn ich dann beim zweiten Lesen an diesen Stellen den Namen „Gott“ oder „Jesus Christus“ einsetze. Das zeigt mir, wer Gott für uns Menschen ist. Dankbarkeit entsteht. Und die setzt neue Kräfte frei. Lassen wir uns von Gott und Menschen zur Liebe inspirieren. Und werden wir so füreinander zum Segen.

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