Karl-Barth-Ausstellung

Wanderausstellung des Reformierten Bundes
    zum Karl-Barth-Jahr 2019
        vom 29. August -18. September 2019

»Schweizer! Ausländer! Hetzer! Friedestörer!«

Ort: St. Johannis-Kirche Vlotho

Ausstellungseröffnung: 29.8.2019, 18 Uhr                     Öffnungszeiten:
           Kurzreferat: Winfried Reuter                                     mo-fr 15-17 Uhr, sa 10-12,
           Musikalische Gestaltung:                                            so 8.9. im Anschluss an den GD
           Susanne Schulz und Jho Kaufmann

Der meistgenutzte Raum im reformierten  Gemeindehaus ist  nach ihm benannt, nach dem Schweizer Pastoren und Theologieprofessor Karl Barth (1886 – 1968), dem zumindest im deutschsprachigen Raum wohl wichtigsten Theologen des 20. Jahrhunderts.

Was hat diesem Menschen auf den Nägeln gebrannt? Warum lohnt es, sich heute erneut von dieser Schweizer Stimme in unseren Gemeinde- und Lebensalltag reinreden zu lassen?

„Gott trifft Mensch” ist ein sprechendes Motto nicht nur für das Karl-Barth Jahr 2019. Mit Gott anfangen und nicht beim Menschen! In dem Juden Jesus Christus sagt Gott ‚Ja‘ zu allen Menschen und hat sich auf die Suche nach uns begeben. Mit dem anfangen, was Gott für uns tut, was er sagt und will und darin dann uns selbst entdecken, wer wir sind und wer wir werden sollen: Menschen die nie Gott los sind und dadurch frei, gerne mit all den anderen fernen und nahen Menschen zusammenzuleben!

Das sind keine Grundüberzeugen, die ihm in die Wiege gelegt wurden. Es sind in einschneidenden Lebenserfahrungen erkämpfte Überzeugungen: Sie sind geprägt durch die Wahrnehmung der Lebenswirklichkeit der Menschen in seiner Pfarrstelle Safenwil und seine Parteinahme für die Arbeiter- und Arbeiterinnen gegen die Fabrikleitungen, zu der er sich genötigt sah. Ihr Hauptauslöser dann vor allem sein großes Erschrecken darüber, wie seine sämtlichen theologischen Lehrer aber auch die Vertreter einer sozialistisch ausgerichteten Politik sich kritiklos für die deutsche Kriegsbegeisterung vor und während des 1. Weltkriegs vereinnahmen ließen.

Der Versuch, diesen Grundüberzeugungen treu zu werden und zu bleiben, zieht sich seitdem durch die unterschiedlichen  Lebensäußerungen dieses großen Mozartliebhabers: durch seine theologische Arbeit als Theologieprofessor in Deutschland und der Schweiz; seine Beteiligung an der Organisation eines kirchlichen Widerstands gegen das Nazi-Regime, die 1935 zu seiner Ausweisung aus Deutschland führte aber auch dazu, dass er von der Mehrheit in der Bekennende Kirche fallengelassen wurde, die seine politische Haltung inklusive seiner Kritik an der Judenverfolgung nicht mehr bereit waren, mitzutragen. Er spiegelt sich in seinem  Eintreten für einen Bruch mit der Nazi-Vergangenheit und den Aufbau eines demokratischen Deutschlands in der Nachkriegszeit; in seiner Kritik an der Wiederbewaffnung Deutschlands und der Ablehnung der Produktion und Verwendung von Atomwaffen; in seinem Beharren darauf, dass die wichtigste ökumenische Fragestellung nicht die nach dem Verhältnis der christlichen Konfessionen untereinander, sondern nach unser gelebten Beziehung zum Judentum ist. Sie spiegelt sich nicht zuletzt in seiner langjährigen Predigttätigkeit in der Basler Strafvollzugsanstalt.

Der Glaube gehört in die Welt. In Karl Barths Augen ist er eine dezidiert fröhliche, hoffnungsvolle Angelegenheit, die aller Griesgrämerei den Kampf ansagt. Wer Gottes Gebote mit Bevormundung und Gängelei verwechselt, wer nicht mit Lust und von Herzen gerne aus ihnen lebt, hat noch kein Fünkchen davon begriffen, dass es Gottes Gebote sind.

Öffnungszeiten: täglich 15-17 Uhr, sa 10-12 Uhr.

Eröffnung: 29. August 18 Uhr mit einem kurzen Referat von Pastor Reuter. Musikalische Gestaltung: Susanne Schulz und Jho Kaufmann.

Winfried Reuter

 

 

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