{"id":998,"date":"2019-11-19T13:00:07","date_gmt":"2019-11-19T12:00:07","guid":{"rendered":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=998"},"modified":"2020-03-20T16:09:35","modified_gmt":"2020-03-20T15:09:35","slug":"predigt-ueber-hiob-141-17-volkstrauertag","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=998","title":{"rendered":"Predigt \u00fcber Hiob 14,1-17, Volkstrauertag"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">2019, 11, 17, Hiob 14,1-17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ps 39 (eg 721) SL: R\u00f6mer 8,18-23, HK123<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">450,1-3 Morgenglanz der Ewigkeit, 153,1-3 Der Himmel, der ist, 600,1-4 Meine engen Grenzen, 289,1-3 Nun lob, mein Seel, den Herren<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Liebe Gemeinde!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Trotz allem, was passiert ist, Hiob h\u00f6rt nicht auf, mit Gott zu reden, zu versuchen, eine Antwort, wenigstens irgendeine Reaktion vom ihm zu bekommen. &#8222;Ist v\u00f6llig sinnlos, was Du da tust!&#8220; sagt seine Frau und verachtet ihren Mann, weil er sich nicht von Gott lossagt. Alle sieben S\u00f6hne und drei T\u00f6chter Hiobs sind tot. Der Sturm hat das Dach des Hauses zum Einsturz gebracht und die jungen Leute unter den Tr\u00fcmmern begraben. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Seine Rinder und die, die auf sie aufgepasst haben, wurden \u00fcberfallen und sind tot. Seine Schafe sind in einem Feuer verbrannt. Seine Kamele und die Leute, die mit den Kameleln unterwegs waren, wurden \u00fcberfallen und sind tot. Hiobs ganzer K\u00f6rper vom Kopf bis zu den Fu\u00dfsohlen ist mit eitrigen, juckenden Geschw\u00fcren \u00fcbers\u00e4t. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Mit seinen Freunden mag Hiob nicht mehr reden. <\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Er hat die Nase voll von ihnen. Dabei war anfangs alles gut. Als sie geh\u00f6rt haben, was passiert ist, sind seine Freunde gekommen. Sie haben geweint, als sie Hiob gesehen haben. Und dann haben sie nichts getan, au\u00dfer dass sie sich sieben Tage und sieben N\u00e4chte zu Hiob in den Staub gesetzt haben. Sie haben keinen Ton gesagt, nicht ein Wort. Sie haben kein Wort \u00fcber die Lippen gebracht. Sie haben ja gesehen, wie gro\u00df Hiobs Schmerz war. Aber dann, nachdem der erste von ihnen nicht l\u00e4nger an sich halten konnte, \u00fcbersch\u00fctten sie abwechselnd Hiob mit ihren Ratschl\u00e4gen. Wenn jemand in k\u00fcrzeser Zeit so viele und schwere Schl\u00e4ge trefffen, dann muss es daf\u00fcr doch einen Grund geben: Geh in Dich, Hiob, denk nach! Warum k\u00f6nnte Gott so sauer auf Dich sein. Wie k\u00f6nnen Sie sich anma\u00dfen, so \u00fcber Hiob Bescheid zu wissen? Wie k\u00f6nnen sie so dreist sein, das nicht nur zu denken, sondern es Hiob in seinem Elend auch noch unter die Nase zu reiben? Hiob ist es so was von satt, mit seinen Freunden zu reden, sich weiter ihnen gegen\u00fcber rechtfertigen zu sollen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Aber nat\u00fcrlich sind damit Hiobs eigene qu\u00e4lende Gedanken nicht verschwunden. Hiob redet weiter mit Gott in der Hoffnung, eine Antwort, wenigstens irgendeine Reaktion von ihm zu bekommen. Hiob redet und redet. Er nimmt kein Blatt vor den Mund. Hiob verspritzt Gift. Er erz\u00e4hlt Gott seine bitteren Gedanken. Er verschafft seiner verbitterten Seele Luft.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Kurz sind die Tage eines Menschen. Das einzige, wovon er satt wird, ist seine Unruhe, seine Rastlosigkeit. Er bl\u00fcht auf und verwelkt wie eine Blume, er ist nicht mehr als ein fl\u00fcchtiger Schatten. Und trotzdem l\u00e4sst Du diesen Hauch von einem Gesch\u00f6pf nicht in Ruhe, Du ziehst ihn vor Dir ins Gericht. F\u00fcr einen Baum, f\u00fcr eine Pflanze gibt es Hoffnung. Ein Baum kann abgehauen werden, eine Blume kann vertrocknen und absterben. Aus dem Stumpf eines Baumes wachsen neue Triebe, nur ein wenig Wasser gen\u00fcgt, und aus der Wurzel einer Pflanzen kommen junge Sprosse hervor. Aber ein Mensch, wenn er stirbt, wo ist er? Er legt sich hin und steht nicht wieder auf.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Und Gott h\u00f6rt Hiob zu. Er f\u00e4llt ihm nicht ins Wort. An keiner Stelle unterbricht er ihn. Gott giftet nicht zur\u00fcck. Er denkt nicht daran, Hiob in seine Schranken zu verweisen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Oder ist das nur Sch\u00f6nf\u00e4rberei? W\u00e4re es zutreffender, das so zu formulieren: Gott h\u00fcllt sich in Schweigen. Er l\u00e4sst Hiob auflaufen. Er zeigt keinerlei Reaktion. Er \u00fcberl\u00e4sst Hiob seinen verzweifelten Gedanken, seinem Gef\u00fchl, ein Nichts zu sein.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Aber was kann Hiob dann von seiner Panik abhalten, von seinem beklemmenden Gef\u00fchl, dass da vielleicht gar niemand ist, dass er einfach nur ins Leere redet?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Gott wird Hiob antworten. Gott wird Hiob gegen seine Freunde recht geben, die sich angema\u00dft haben, besser \u00fcber Hiob Bescheid zu wissen als er selbst das tut. Aber f\u00fcr heute, in unserem Predigttext h\u00f6ren wir allein Hiob zu.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In zweien unserer vier Evangelien stirbt Jesus am Kreuz mit den Worten &#8222;Mein Gott, mein Gott warum hast Du mich verlassen? Jesus, w\u00e4hrend er qualvoll am Kreuz stirbt, betet. Er betet mit Worten aus dem 22. Psalm. Es sind nicht die Schlussworte des Psalmgebets. Der Beter im 22. Psalm bleibt nicht bei dieser Frage stehen. Aber Jesus kommt sterbend nicht weiter.als bis zu dieser Frage: Nach dem Zeugnis zweier unserer vier Evangelien stirbt Jesus mit dieser Frage, die in diesem Moment ohne eine f\u00fcr unsere Ohren h\u00f6rbare Antwort bleibt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Das ist schwer f\u00fcr uns, auszuhalten, Jesus dabei zuzuh\u00f6ren. Wie viel lieber h\u00f6ren wir Jesus zu, wenn er sagt: &#8222;In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden?&#8220; Wieviel tr\u00f6stlicher ist das f\u00fcr uns. Um wieviel schwerer ist es, dieses Gef\u00fchl, von Gott verlassen zu sein, sterbend am Kreuz auszuhalten? Um wieviel schwerer ist es f\u00fcr Hiob, dieses Gef\u00fchl, von Gott verlassen zu sein, auszuhalten, der so schrecklich viel und das noch in einer so kurzen Zeit verloren hat? Wir begehen diesen Sonntag in unserem Land als Volkstrauertag. Die offiziellen Worte, die heute in vielen Reden zu h\u00f6ren sein werden lauten: Wir gedenken der Opfer von Krieg und Gewalt. Wir sagen, dass wir dabei an die Millionen Opfer der beiden Weltkriege denken, die beide von unserem Land ausgegangen sind. Wir sagen, dass wir dabei an die Opfer von Krieg und Gewalt heute denken, in so vielen L\u00e4ndern dieser Erde, auch an die Menschen, die jetzt in diesen Minuten sterben, w\u00e4hrend wir Gottesdienst feiern.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Gott sei gedankt f\u00fcr jeden Mann, f\u00fcr jede Frau, bei der das anders ist, aber wie viele Opfer von Krieg und Gewalt haben sich mit \u00e4hnlichen Gedanken Gott gegen\u00fcber rumgeschlagen wie Hiob das tut, und wie viele tun das gerade in diesen Minuten.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ist das nicht das Geringste, was sie von uns erwarten d\u00fcrfen, dass wir uns nicht die Ohren verstopfen, dass wir ihnen nicht den Mund verbieten, dass wir versuchen, es auszuhalten, ihnen zuzuh\u00f6ren?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Muss unser Gedenken nicht zwangsl\u00e4ufig folgenlos, nicht mehr als ein routiniertes Ritual bleiben, wenn wir uns schon davor scheuen, den Menschen, denn Gott so weit entfernt scheint, die sich wie ein nichts f\u00fchlen, wenigstens zuzuh\u00f6ren?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In der Vlothoer Zeitung habe ich in dieser Woche gelesen, dass die Waffenexporte in Deutschland in diesem Jahr wohl ein neues Rekordhoch erreichen werden. Ist es nicht viel notwendiger, dass wir den Opfern zuh\u00f6ren, als weiter die L\u00fcgen zu glauben, dass noch mehr und perfektere Waffen gewaltsame Konflikte verringern w\u00fcrden?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Was ist mit unseren eigenen Hiobsgedanken? Wenn wir dar\u00fcber erschrecken, dass wir sterbliche Menschen sind? Wenn uns Gott weit weg vorkommt? Wenn wir uns von ihm verlassen f\u00fchlen? Was hilft uns gegen unsere Hiobsgedanken? Dass wir versuchen, sie unter den Teppich zu kehren? Wohl kaum? Mit wem sprechen wir dar\u00fcber? Gibt es andere Menschen, denen wir solche Gedanken anvertrauen? Gibt es andere Menschen, die wir darum bitten, f\u00fcr uns zu beten, wenn uns selbst die Kraft zum Beten fehlt? <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Sprechen wir mit Gott \u00fcber unsere Hiobsgedanken? Flehen wir Gott um Hilfe an, dass er uns durch solche Gedanken hindurchtr\u00e4gt, dass er sich als st\u00e4rker erweist? Oder sch\u00e4men wir uns wegen solcher Gedanken? Haben wir ein schlechtes Gewissen, weil wir denken, wir m\u00fcssten die Starken spielen, weil wir denken, dass wir als fromme Menschen, als Menschen, die an Gott glauben, solche Gedanken gar nicht haben d\u00fcrften?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Hiob gilt als Musterbeispiel f\u00fcr einen frommen Menschen, weil er, als die Katastrophen \u00fcber ihn hereinbrechen gesagt hat: Der HERR hat&#8217;s gegeben, der HERR hat&#8217;s genommen, der Name des HERRN sei gelobt. So wie wir das in Blessed be your name singen: You give and take away, you give and take away, my heart will choose to say, blessed be your name. Du gibst und nimmst wieder weg, du gibst und nimmst wieder weg. Mein Herz es w\u00e4hlen zu sagen: Gesegnet sei dein Name.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Aber ist Hiob weniger fromm, wenn er sich mit Gott anlegt, wenn er mit ihm streitet, wenn er ihm Vorw\u00fcrfe macht, wenn er Gott erz\u00e4hllt, dass er sich w\u00fcnscht, niemals geboren zu sein. Aber Gott h\u00f6rt seinem Hiob zu. Er verstopft sich nicht die Ohren. Er verbietet ihm nicht das Wort. Er weist ihn nicht zurecht. Gerade so, mit seiner Aufrichtigkeit, ist ihm Hiob recht.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Vergessen wir das nicht: das ist Gottes t\u00e4gliches Brot: die Klagen all derjenigen unter seinen Menschenkindern auszuhalten, die sich von ihm verlassen f\u00fchlen, nicht \u00fcber all die zu verzweifeln, die behaupten, dass mit dem Tod alles aus, dass kein Kraut dagegeben gewachsen sei. Das ist Jesu t\u00e4glich Brot, sein &#8222;In der Welt habt ihr Angst, aber seid getrost, ich habe die Welt \u00fcberwunden, dagegen zusetzen. Das ist das t\u00e4gliche Brot dessen, der um unseretwillen das Gef\u00fchl, von Gott verlassen zu sein, durchgestanden hat. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Haben wir schon mal bedacht, wie oft sich Gott von uns verlassen f\u00fchlen mag, und bleibt uns dennoch treu, und h\u00e4lt es dennoch mit uns aus?<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich m\u00f6chte sie und uns einladen, dass wir uns die letzen f\u00fcnf Verse unseres Tetxtes ein wenig genauer sehen. &#8222;Was sind wir Menschen f\u00fcr sterbliche, fl\u00fcchtige, Wesen, hat Hiob Gott bisher vorgehalten. Jeder Baum, jede Pflanze hat mehr Hoffnung auf neues Leben, doch ein Mensch, der stirbt, er steht nicht wieder auf. Warum l\u00e4sst Du uns, warum l\u00e4sst Du mich nicht einfach Ruhe? Warum ziehst Du mich ins Gericht. Jetzt pl\u00f6tzlich schl\u00e4gt Hiob f\u00fcr einige Verse einen anderen Ton an. Wenn Sie, wenn Du das Kapitel als Ganzes liest, wirst Du feststellen, dieser neue Ton scheint nur ein vor\u00fcbergehendes Zwischenspiel. Er schafft es nicht, vielleicht ja nur noch nicht, gegen seine Klage anzukommen, wie kurz und fl\u00fcchtig das Leben ist. Es ist auch kein grunds\u00e4tzlich anderer Tonfall. Aber: Hiob traut sich jetzt, sein Herz zu \u00f6ffnen. Er redet nicht mehr in Allgemeinpl\u00e4tzen von dem Menschen, er redet jetzt pers\u00f6nlich. Er erz\u00e4hlt Gott, was er sich w\u00fcnscht, er l\u00e4sst Gott erahnen, wonach er sich in seinem Inneren sehnt, auch wenn ihm die Sehnsucht unwirklich, wie ein unerf\u00fcllbarer Wunsch erscheint, aber er traut sich, ihn auszusprechen. Er gibt dem, wonach er sich sehnt, Raum.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ach, wenn es doch so w\u00e4re, dass Du mich in der Unterwelt verbergen w\u00fcrdest, dort, wo die Toten zu Hause sind. Ich musste an die Zeile aus dem 139. Psalm denken: Bettete ich mich bei den Toten, siehe so bist Du auch da. Ach, wenn Du mich dort vor Deinem Wutschnauben verstecken w\u00fcrdest, solange, bis es vorbei ist. Denn w\u00fctend musst Du ja sein, sonst w\u00e4ren all diese Katastrophen nicht \u00fcber mich und meine Familie hereingebrochen. Auch wenn Hiob nicht versteht, warum Gott w\u00fctend ist, und schon gar nicht, warum er auf ihn w\u00fctend sein sollte.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ein Mensch, wenn er stirbt, wird er wieder aufleben? Woran denkt Hiob, wenn er das fragt: an die Menschen, die bereits gestorben sind? Oder an sich sellbst, der sich in seinem Elend bei lebendigem Leibe wie ein Toter f\u00fchlt und hofft, dass dieser Zustand irgendwann ein Ende nimmt, denn er f\u00e4hrt fort: Ich habe hier ausgehalten dieser Fron, in meinem Sklavendasein, ich habe ausgeharrt, dass meine Abl\u00f6sung kommt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ach, wenn Du riefest, ich antwortete Dir, wenn Du Dich doch sehntest nach dem Werk deiner H\u00e4nde. Das ist Hiob gr\u00f6\u00dfte Sehnsucht, dass Gott sich nach ihm sehnt, dass er ihn vermisst, dass er nicht ohne ihn sein m\u00f6chte, dass Hiobs Schritte f\u00fcr Gott z\u00e4hlen, dass er auf jeden einzelnen von ihnen achtet, auf das, was Hiob tut, worum er sich m\u00fcht, und dass dar\u00fcber die Fehler, die er dabei macht, in den Hintergrund treten, dass Gott ihm die Schuld, die er in seinem Tun als s\u00fcndiger Mensch wie wir alle auf sich l\u00e4dt, nicht vorh\u00e4lt, sondern sie in einem Beutel vor ihm versteckt, eine dicke Schicht von Kitt dar\u00fcber klebt, so dass niemand mehr Zugriff darauf hat, weder Hiob noch irgendein anderer Mensch<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Herr, unser Gott, erbarme Dich unser! Gedenke daran, dass wir Staub sind! H\u00f6r auf das St\u00f6hnen und Wimmern Deiner geknechteten Kreatur! H\u00f6r unser Seufzen, h\u00f6r unser Schreien! Deine Kinder sind wir, das Werk Deiner H\u00e4nde. Wir brauchen Dich, denn Du bist unser Gott. Wir brauchen Deine Gegenwart.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial, sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Amen<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>2019, 11, 17, Hiob 14,1-17\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Ps 39 (eg 721) SL: R\u00f6mer 8,18-23, HK123 450,1-3 Morgenglanz der Ewigkeit, 153,1-3 Der Himmel, der ist, 600,1-4 Meine engen Grenzen, 289,1-3 Nun lob, mein Seel, den Herren Liebe Gemeinde! 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