{"id":75,"date":"2013-12-12T17:38:52","date_gmt":"2013-12-12T16:38:52","guid":{"rendered":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=75"},"modified":"2013-12-12T17:38:52","modified_gmt":"2013-12-12T16:38:52","slug":"predigt-vom-2-advent-2013","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=75","title":{"rendered":"Predigt vom 2. Advent 2013"},"content":{"rendered":"<h3><strong>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 <\/strong>Offenbarung 3,7-13<\/h3>\n<p>Liebe Gemeinde!<\/p>\n<p>Siehe, ich habe vor Dich eine offene T\u00fcr gegeben, die niemand zuschlie\u00dfen kann. Immer wieder bleibe ich an diesen tr\u00f6stlichen, befl\u00fcgelnden Worten h\u00e4ngen. Niemand kann diese T\u00fcr zuschlie\u00dfen, wenn Jesus sie offen h\u00e4lt. Niemand! Niemand von denen, die Dir \u00fcbel wollen, niemand von denen, die mit Gott und Kirche nichts zu tun haben wollen. Aber auch kein Superintendent, keine Landeskirchenr\u00e4te k\u00f6nnen das. Keine Nachbargemeinde kann diese T\u00fcr zuschlie\u00dfen, keine von denen, die Dich argw\u00f6hnisch, misstrauisch, neidisch beobachtet, aber auch keine von denen, die Dich nicht so recht ernst nimmt, sondern nur mitleidig auf Dich herabsieht, weil sie sich Dir nicht nur zahlenm\u00e4\u00dfig, sondern auch geistlich \u00fcberlegen glaubt.<\/p>\n<p>Auch Du selbst kannst diese offene T\u00fcr nicht zuschlie\u00dfen: nicht mit Deinen Anwandlungen, Dich selbst zu zerfleischen, nicht mit Deinem Hang, Dich selbst schlecht zu reden, nicht mit Deinem z\u00e4nkischen Wesen, nicht mal dadurch, dass Ihr nicht davon lassen k\u00f6nnt, hinter dem R\u00fccken \u00fcbereinander zu reden.<\/p>\n<p>Niemand kann diese T\u00fcr zuschlie\u00dfen. Niemand kann Euch daran hindern, durch sie hindurchzugehen, wenn ich, Jesus, sie vor Euch offen halte. Nichts von dem, was ihr tut, bleibt vergebliche Liebesm\u00fche. Nichts von dem, was ihr anpackt, kann auf Dauer ohne irgendwelche Frucht bleiben.<\/p>\n<p>Das w\u00fcnsche ich mir sehr, dass wir das auch auf unsere eigene Gemeinde beziehen d\u00fcrfen. Das w\u00fcnsche ich mir sehr, dass Johannes auf seiner Verbannungsinsel das nicht nur f\u00fcr den Gemeindeengel der Christen und Christinnen in der Stadt mit dem sch\u00f6nen Namen \u201ePhiladelphia\u201c, \u201eBruderliebe\u201c aufgeschrieben hat, sondern auch f\u00fcr den Engel unserer Ref. St. Johannis Gemeinde. Ich, Jesus, der die Schl\u00fcsselgewalt \u00fcber das Reich der Toten hat, ich kenne Deine Werke. Ich nehme alles wahr, was Du tust und was Du l\u00e4sst. Mich besch\u00e4ftigt Dein Tun und Dein Lassen, die Gedanken, die Du Dir machst, die Zeit, die das in Anspruch nimmt, f\u00fcr mich ist das von Gewicht.<\/p>\n<p>Ich, Jesus, nehme wahr, was Dir misslingt. Ich nehme wahr, worin Ihr Euch verrennt, worin Ihr Euch uneins bleibt, Ich wei\u00df, wovor Ihr Angst habt, es loszulassen. Ich wei\u00df, wovor Ihr Angst habt, es anzupacken. Ich wei\u00df, wor\u00fcber Ihr Euch zersorgt. Ich kenne Eure Werke. Siehe, ich habe vor Euch eine offene T\u00fcre gegeben und niemand kann sie zuschlie\u00dfen.<\/p>\n<p>Du hast eine kleine Kraft. Das Deine Kraft klein ist, das ist keine Frage wie viele oder wie wenige Ihr seid. Ich wei\u00df, dass Ihr Euch w\u00fcnscht, st\u00e4rker, m\u00e4chtiger, einflussreicher zu sein. Ihr tr\u00e4umt davon, andere beeindrucken zu k\u00f6nnen. Ihr sch\u00e4mt Euch Eurer Zweifel. Ihr w\u00fcnscht Euch einen starken, festen Glauben, an dem andere sich aufrichten k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Ihr habt eine kleine Kraft. Eure Kraft ist nicht zu klein. Sie ist gro\u00df genug. Es ist weniger wichtig, wie gro\u00df Eure Kraft ist. Wichtiger ist, was Ihr mit Eurer Kraft macht. Wichtiger ist, wof\u00fcr und wie Ihr Eure Kraft einsetzt. Wichtiger ist, dass Ihr die kleine Kraft, die Euch zur Verf\u00fcgung steht, dazu benutzt, dass Ihr Euch an mein Wort festklammert, dass Ihr mich auf das behaftet, was ich Euch versprochen habe, dass Ihr meinem Wort mehr zutraut als Euren Zweifeln. Wichtiger ist, dass Du meinen Namen nicht verleugnet hast. Wichtiger ist, dass Du nicht vergessen hast, was er bedeutet: Retter. Es ist nicht die Gr\u00f6\u00dfe Deiner Kraft, die es Dir erm\u00f6glich hat, auszuhalten und einen Schritt nach dem anderen weiterzugehen: Ich bin es, der Dich rettet.<\/p>\n<p>Ich wei\u00df nicht, an welche Menschen in Philadelphia Jesus gedacht hat, die sich selbst als Juden ausgeben ohne in Wahrheit Juden zu sein, und die er deshalb Synagoge, also Versammlung des Satans nennt. Mit unseren j\u00fcdischen Geschwistern in Herford, Bielefeld und Minden haben sie gewisslich nichts zu tun.<\/p>\n<p>Bezeichnend finde ich das Kriterium, durch das Jesus die Feinde seiner Gemeinde dazu bringt, vor ihr auf die Knie zu gehen. Es hat nichts, gar nichts, mit der \u00e4u\u00dferen Gestalt und Gr\u00f6\u00dfe seiner Gemeinde zu tun. Es hat nichts mit ihren eindrucksvollen Aktivit\u00e4ten und der F\u00fclle ihrer Veranstaltungen zu tun. Es gibt nur eine Sache, die die Feinde der Gemeinde Jesu dazu bringt, ihre feindselige Haltung aufzugeben:<\/p>\n<p>Es ist die Entdeckung, dass Jesus seine Gemeinde, seine auf den ersten Blick so unscheinbare, so k\u00fcmmerliche und nicht selten verzagte Gemeinde liebt, mit all den seelischen und geistigen und k\u00f6rperlichen Kr\u00e4ften, die ihm zur Verf\u00fcgung stehen. Es ist die Entdeckung unseres Geliebtseins, die uns in den Augen von anderen attraktiv und anziehend macht, es ist die Entdeckung, dass wir von Jesus geliebte Wesen sind, die unsere Sch\u00f6nheit ausmacht.<\/p>\n<p>Viel klarer als uns selbst steht Jesus vor Augen, was noch alles auf uns zukommt, welche Dinge und Menschen uns herausfordern k\u00f6nnen, welche Dinge und Menschen uns anfechten, uns von einer Verlegenheit in die andere bringen, uns sprachlos machen, so dass wir nicht wissen werden, was wir antworten sollen, nicht nur in den L\u00e4ndern, die seit langem daf\u00fcr bekannt sind, dass in ihnen Christen und Christinnen verfolgt werden, wie \u00c4gypten, Indonesien, China, Nordkorea, auch hier bei uns in der Bundesrepublik Deutschland, weil sich auch in unserem Land f\u00fcr immer mehr Menschen nichts am Glauben mehr von selbst versteht.<\/p>\n<p>Jesus hat das viel klarer als wir vor Augen. Aber das ist sein Wunsch, dass wir dem nicht verschreckt und versch\u00fcchtert, gebeugt und in uns verkr\u00fcmmt, sondern mit klarem Blick, erhobenen Hauptes entgegensehen. Und so lautet sein Versprechen, dass er uns mit auf den Weg gibt: Weil ihr mein Wort der Geduld bewahrt habt, weil ihr darunter geblieben sein, weil ihr Euch an mein Wort geklammert habt, deshalb will auch ich Euch bewahren, will Euch festhalten und nicht loslassen in der Stunde der Versuchung, die auf alle Menschen zukommt, die auf dieser Erde leben.<\/p>\n<p>Es k\u00f6nnte gut sein, dass wir uns jetzt gegenseitig verwundert ansehen und zur\u00fcckfragen: Bist Du Dir sicher, Jesus, dass Du uns nicht mit anderen verwechselst? Wann hast Du uns denn so erlebt? Wann sind wir denn ruhig und gelassen geblieben? Wann sind wir denn nicht wie ein aufgescheuchter H\u00fchnerhaufen herumgelaufen? Wann haben wir denn mit unserem Herzen, mit allen unseren Sinnen und unserem Verstand an Deinen Worten geklebt?<\/p>\n<p>Vielleicht wird Jesus uns dann so antworten:<\/p>\n<p>Als Du in Deiner Not nicht aus noch ein wusstest und flehentlich um laut um Hilfe geschrien hast. Als Du jahrelang immer wieder, unerm\u00fcdlich um die eine selbe Sache gebetet hast. Als Du auf der Arbeit in der Kantine m\u00f6glichst unauff\u00e4llig zu beten versucht hast, weil Du Dich mit Deinem Gebet nicht zur Schau stellen wolltest, Deine Kollegin es trotzdem bemerkt und Dich darauf angesprochen hat und Du etwas gestottert hast von wegen, dass das in Deutschland gl\u00fccklicherweise doch noch nicht verboten ist. Als Dein Geburtstagsbesuch zwischen Euren Zeitungen den Gemeindebrief entdeckt hat und Du gen\u00f6tigt warst zu erkl\u00e4ren, warum Du denn noch immer in der Kirche bist und Du Dich hinterher gesch\u00e4mt hast, dass Du Dir dabei so einen abgebrochen hast. Als Du Dich getraut hast, der Frau, die fr\u00fcher einige Jahre in Eurer Gemeinde im Presbyterium war, von Deinen Zweifeln erz\u00e4hlt hast und Sie Dir, bevor Ihr Euch verabschiedet hat, versprochen hat, regelm\u00e4\u00dfig f\u00fcr Dich zu beten.<\/p>\n<p>Ich komme bald, sagt Jesus, halte, was Du hast, damit Dir niemand Deine Krone wegnehme. Ich komme bald, sagt Jesus, woh.wissend, dass<\/p>\n<p>seine Wahrnehmung unserer Tage, Wochen Monate und Jahre eine andere ist als unsere. Wei\u00df er nicht, dass f\u00fcr uns schon ein Monat, ein Jahr sich zu einer halben Ewigkeit dehnen kann? Ist er sich dar\u00fcber klar, dass das W\u00f6rtchen \u201ebald\u201c bei uns nicht nur Vorfreude, sondern auch die Unsicherheit ausl\u00f6st, ob wir f\u00fcr sein neuerliches Kommen innerlich und \u00e4u\u00dferlich bereit seid. Wei\u00df er dar\u00fcber Bescheid, wie sehr wir an dem Alten h\u00e4ngen, wie stark wir allem Elend unserer Welt zum Trotz in den alten Himmel und die alte Erde verliebt sind, dass wir Angst haben, das Alte loszulassen, weil es uns so vertraut ist, weil es f\u00fcr uns schon eine unermessliche Sch\u00f6nheit besitzt? Wie sollte ausgerechnet Jesus, wie sollte ausgerechnet unser Herr nicht darum wissen?<\/p>\n<p>Halte, was Du hast? Was hast Du, was habe ich, was wir halten k\u00f6nnen, was uns nicht zwischen den Fingern zerrinnt? Wusstest Du, der Du so gar nichts von Heiligenscheinen h\u00e4lt, weder bei anderen geschweige denn bei Dir selbst, dass Du ein gekr\u00f6ntes Haupt bist? Magst Du \u00fcber Dich die Worte h\u00f6ren, die wir bei jeder Abendmahlsfeier sprechen, dass Gott Dich mit Gnade und Barmherzigkeit kr\u00f6nt, dass er nicht mit Dir nach Deiner Schuld handelt, dass er Dir nicht die Worte vorrechnet, die Du nicht mehr zur\u00fccknehmen kannst und ebenso wenig die Worte, die Du gerne gesagt h\u00e4ttest, aber nicht \u00fcber die Lippen gebracht hast.<\/p>\n<p>Ist Dir das zu unbegreiflich, zu einfach, zu sch\u00f6n, um wahr zu sein? Bist Du zu stolz, um Gottes Gnade und Barmherzigkeit anzunehmen und damit zuzugeben, dass Du ohne sie nicht leben kannst? Bist Du zu stolz, um Dich einfach nur \u00fcber Deine Krone aus Gnade und Barmherzigkeit zu freuen, sie ungeniert in aller \u00d6ffentlichkeit zu tragen? Gibt es wirklich noch irgend jemand anderen als Dich und mich selbst, der uns um unsere Krone aus Gnade und Barmherzigkeit bringen kann? Ist Gott f\u00fcr uns, was k\u00f6nnen uns andere Menschen tun. Ist Gott f\u00fcr uns, wie k\u00f6nnen wir einem anderen Menschen auf Dauer feind bleiben?<\/p>\n<p>Jesus preist den selig, der \u00fcberwindet, der standh\u00e4lt, der seinem eigenen trotzigen und stolzen Herzen entgegentritt, der f\u00fcr sich nicht das Hohe, sondern die Niedrigkeit sucht, der aus dem Gef\u00e4ngnis des anderen Gefallen wollens ausbricht. Die, die f\u00fcr sich die Niedrigkeit sucht und aus dem Gef\u00e4ngnis des anderen-Gefallen-wollens ausbricht, wird Jesus zu einem St\u00fctzpfeiler in Gottes Tempel machen, an dem Ort, an dem Gott seinen Namen wohnen l\u00e4sst. Wer \u00fcberwindet, tr\u00e4gt dazu bei, dass es Gott unter uns wohnlicher hat. Er, sie selbst wird an dem Ort bleiben, an dem Gott wohnt. Auf ihn wird Jesus den Namen seines Gottes schreiben und den Namen der Stadt, die Zukunft hat, das himmlische Jerusalem, die Stadt mit den offenen Toren, in der die Menschen aller Nationen ungehindert ein und ausgehen, die Stadt, die nach einem Ort unter uns sucht, dort wo bisher noch kein Raum f\u00fcr ist.<\/p>\n<p>Auf den, der \u00fcberwindet, schreibt Jesus seinen eigenen neuen Namen, der da lautet: Siehe, ich komme und mache alles neu. Wie sollen wir unser stolzes und trotziges Herz \u00fcberwinden, wen wir nicht von dem \u00fcberwunden werden, der f\u00fcr uns den Tod \u00fcberwunden hat. Herr, Jesus, tu Du an uns Dein Erneuerungswerk, komm, und tue es bald.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3><a href=\"http:\/\/refgemvlotho.de\/wp-content\/uploads\/2013\/12\/Kalimba.mp3\">Kalimba<\/a><\/h3>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0\u00a0 Offenbarung 3,7-13 Liebe Gemeinde! Siehe, ich habe vor Dich eine offene T\u00fcr gegeben, die niemand zuschlie\u00dfen kann. Immer wieder bleibe ich an diesen tr\u00f6stlichen, befl\u00fcgelnden Worten h\u00e4ngen. 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