{"id":439,"date":"2015-10-28T23:45:43","date_gmt":"2015-10-28T22:45:43","guid":{"rendered":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=439"},"modified":"2015-10-30T14:00:13","modified_gmt":"2015-10-30T13:00:13","slug":"2015-10-25-taufgottesdienst-svenja-wehmeier-und-sebastian-schlichte","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=439","title":{"rendered":"2015, 10, 25 Taufgottesdienst, Svenja Wehmeier und Sebastian Schilde"},"content":{"rendered":"<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Liebe Eltern und Paten von Svenja Wehmeier, liebe Gemeinde!<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Der Taufspruch, den Sie f\u00fcr Ihre Svenja ausgesucht haben, steht im 31. Psalm. Er lautet: Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden. Es sind Gebetsworte, die Sie Svenja mit auf ihren Lebensweg geben, in der Hoffnung, dass Svenja sie sich zu eigen macht, dass sie Vertrauen zu Gott fasst, selber mit diesen Worten zu beten: Meine Lebenszeit in Deinen, von meinem ersten Atemzug an, ja schon von dem Moment an, in dem die Ei- und die Samenzelle aus der ich entstanden bin, sich im Bauch meiner Mutter getroffen haben.<\/span><\/span><!--more--><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Sie haben in unsrem Taufgespr\u00e4ch andeutungsweise erz\u00e4hlt, dass Sie sich lange nach diesem Kind gesehnt und darum gek\u00e4mpft haben, manchmal auch unter Tr\u00e4nen. Es braucht mehr als unser Wissen und Wollen und W\u00fcnschen als Eltern, damit ein neues Menschenleben entsteht. Auch unser W\u00fcnschen und Wollen als Eltern steht in Gottes Hand. Das soll unsere Svenja wissen, von Anfang an:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Meine Zeit in Gottes H\u00e4nden. Und so wie der Anfang alle meine Lebenszeit, jeder einzelne, neue Tag, alle die verschiedenen Zeiten in meinem Leben, die Zeiten, in denen ich lache und in die Luft springen mag vor Gl\u00fcck, die Zeiten, in denen ich nur so spr\u00fche vor Ideen und Energie und Tatendrang, sie umzusetzen; die Zeiten, in denen es mir leicht f\u00e4llt, mich begeistern zu lassen und in denen ich es m\u00fchelos schaffe, die anderen mit meiner Begeisterung mitzurei\u00dfen, wenn die anderen mutig werden, weil sie merken, dass ich mutig bin, alle diese Zeiten in Gottes H\u00e4nden. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Da ist er da, da freut er sich f\u00fcr sein Kind, da bringe ich, Svenja, die Augen meines Gottes zum Leuchten, da f\u00fchlt er sich seinem Ziel einen kleinen Schritt n\u00e4her. Weil er mich sehr liebt, hat er alles getan, dass ich so sein kann.Weil er mir das immer gew\u00fcnscht hat, das ich so sein kann, freut er sich mit mir, wann immer es tats\u00e4chlich so ist: Mein Lachen und mein \u00dcberschwang, mein B\u00e4ume-ausrei\u00dfen, in seinen H\u00e4nden, sie gefallen ihm wohl. Sie tun meinem Gott in der Seele gut.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Zeiten, in denen ich vor wichtigen Entscheidungen stehe, wenn Weichen gestellt werden, wenn ich nur zu deutlich den Druck der Verantwortung sp\u00fcre, die auf mir lastet, in seinen H\u00e4nden. Ja, es stimmt, was ich, Svenja, jetzt tun werde oder nicht, dass wird Folgen haben, f\u00fcr viele andere Menschen und f\u00fcr mich selbst auch. Aber ich stehe in den Zeiten, in denen ich wichtige Dinge zu entscheiden habe, nicht allein und verlassen auf weiter Flur,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">sondern da ist mein Gott da. Da kann ich mich auf ihn verlassen. Er wartet schon darauf. Er hofft inst\u00e4ndig, dass ich mir jetzt blo\u00df nicht den Kopf zergr\u00fcble. Er h\u00e4lt die Luft an, dass ich jetzt blo\u00df nicht einen auf starke Frau mache, dass ich meinen Stolz fahren lasse, dass ich mich an ihn wende, ihn um Rat frage, dass ich mir seinen Rat nicht blo\u00df anh\u00f6re, dass ich seinen Rat ernstlich bedenke. Mein Gott h\u00e4lt die Luft an, dass ich mir zu Herzen gehen lasse, was er mir sagt, dass ich ihm vertraue, dass er die Wahrheit sagt, weil er mich liebt, weil er die Menschen liebt, f\u00fcr die er mir Verantwortung gegeben hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In Gottes H\u00e4nden die Zeiten, in denen die Angst versucht, mich, Svenja, in den Griff zu bekommen, die Zeiten, in denen ich m\u00fcrbe werde, in denen ich die Geduld verliere, in denen ich drauf und dran bin, mich weich kochen zu lassen, die Zeiten, in denen mir jeder Antrieb fehlt, in denen mir schon kleine Widrigkeiten wie mittelgro\u00dfe Berge vorkommen, die Zeiten, in denen mir der Wind ins Gesicht bl\u00e4st, in denen mir Kn\u00fcppel zwischen die Beine fliegen, in denen ich das Gef\u00fchl habe, verdammt alleine da zu stehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">In all diesen Zeiten ist mein Gott da, jetzt erst recht spielt sich mein Leben in seinen H\u00e4nden ab, h\u00f6re ich seine Stimme, die zu mir sagt: Es ist anders, als Du es empfindest, Svenja, Du versinkst nicht im Bodenlosen, sondern meine H\u00e4nde tragen Dich. Sie bilden um Dich herum eine feste Mauer. Sie sch\u00fctzt Dich wie die Mauer einer starken Burg, den Feinden gelingt es nicht, sie einzunehmen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich bin Dein Fels, Svenja, ich gebe Deinen F\u00fc\u00dfen sicheren Halt, wenn Du abgleitest, jedes Mal aufs Neue, Du kannst Dich auf mich verlassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Meine Zeit steht in Deinen H\u00e4nden, mein Gott, alle Zeiten meines Lebens, bis zu meinem letzten Atemzug. Dass W\u00fcnschen Dir Deine Eltern und Paten, dass w\u00fcnscht Dir Deine Gemeinde, dass w\u00fcnscht Dir Dein Gott, dass Dich Dein Taufspruch so beten lehrt, dass er Dich anleitet zu dem Gott Vertrauen zu fassen, auf dessen Namen Du heute getauft wirst, auf den Namen dessen, der versprochen hat bei uns zu sein, alle Tage unseres Lebens, bis ans Ende dieser Welt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Amen<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Lieber Sebastian,<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Du hast Dir als Taufspruch einen Vers aus dem zweiten Kapitel der Apostelgeschichte ausgesucht, in dem es \u00fcber die Gemeinde der ersten Christen und Christinnen in Jerusalem hei\u00dft: Alle Glaubenden aber hielten zusammen und hatten alles gemeinsam.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Sch\u00f6n, dass es in der Bibel so dasteht, schwarz auf wei\u00df. Sie hielten zusammen und hatten alles gemeinsam. Sie verkauften ihre Habe und ihren Besitz. Sie teilten das Geld, dass sie daf\u00fcr bekamen untereinander auf. Jeder und jede bekam so viel, wie er, wie sie n\u00f6tig hatte. Ist nicht verwunderlich, wenn Dir wie so vielen anderen Menschen, die das gelesen haben, das Wort Sozialismus dabei in den Sinn kommt. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Die Menschen trafen sich reihum in ihren H\u00e4usern, um miteinander zu essen. Sie waren fr\u00f6hlich bei den gemeinsamen Mahlzeiten. Sie sangen Gott Loblieder, so dass die Nachbarn es h\u00f6ren konnten. Sie teilten ihr Geld und ihr Essen und ihre Sorgen miteinander. Sie steckten die Menschen, die ihnen zusahen und ihnen zuh\u00f6rten mit ihrer Fr\u00f6hlichkeit an. Es kamen neue Menschen dazu und lie\u00dfen sich taufen. Sie konnten sich dieser Atmosph\u00e4re des Miteinanders nicht entziehen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">F\u00fcr mich ist das so eine Art Wunschvorstellung, hast Du, Sebastian vorgestern gesagt. Das w\u00fcnsche ich mir, dass dieser Geist, in der Gemeinde, in die hinein ich getauft werde, lebendig ist. Das sollen die Menschen in der Gemeinde wissen, dass ihrem neuen Gemeindeglied das wichtig ist. Auch deshalb habe ich mir diesen Taufspruch ausgesucht: Alle Glaubenden hielten zusammen und hatten alles gemeinsam.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Es hat immer wieder Menschen gegeben, die haben hinter diese Worte Fragezeichen gemacht oder gesagt: Na vielleicht war das ganz am Anfang so, aber wie hat lange hat diese Einm\u00fctigkeit angedauert? In der Apostelgeschichte stehen keine Fragezeichen. Es wird erz\u00e4hlt, was geschehen und wodurch es zustande gekommen ist. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ihr Glaube hat die Menschen ver\u00e4ndert, das, was der Heilige Geist in ihnen angefangen hat. Sie haben ihr Vertrauen auf Jesus gesetzt, den Gott von den Toten auferweckt hat.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wie k\u00f6nnen wir einfach so weiter machen, wenn Gott Jesus lebendig gemacht hat, wenn Gott an Jesu Kreuz mit uns Frieden gemacht hat?. Gottes Geist hat den Menschen die Angst genommen, ihnen k\u00f6nnte irgendetwas fehlen, sie k\u00f6nnten selber zu kurz kommen, wenn sie anfangen, mit dem Teilen ernst zu machen. Vielleicht waren sie selbst am meisten dar\u00fcber erstaunt, wie fr\u00f6hlich sie dabei geworden sind, wie leicht ihnen das gefallen ist, loszulassen.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich werd jetzt bestimmt nicht anfangen, loszujammern wie weit wir uns von den Anf\u00e4ngen der ersten Christen und Christinnen in Jerusalem entfernt haben<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wenn Menschen in ihrer Not zu uns kommen, und um 20 oder 30 \u20ac f\u00fcr ihren Lebensunterhalt bitten, das ist etwas v\u00f6llig anderes als wenn es auch \u00fcber uns hei\u00dfen w\u00fcrde: und sie hatten alles gemeinsam. <\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich freu mich, dass Du diesen Taufspruch ausgesucht hast, Sebastian, der Dich und uns weglockt, von unseren Bedenken , der unsere Blicke in eine andere Richtung zieht, der die Sehnsucht in uns st\u00e4rkt nach dem,was Gottes Geist heute unter uns tun will:<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">die Sehnsucht nach einem kleinen, nur auf den ersten Blick unscheinbaren Anfang, den wir blo\u00df nicht untersch\u00e4tzen sollen; die Sehnsucht nach dem Mut zu einem unverhofften gro\u00dfen Schritt, einem Sprung ins kalte Wasser.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Sehnsucht danach, uns von Gott die H\u00e4nde f\u00fcllen zu lassen, wenn wir hier zum Gottesdienst zusammen kommen, damit wir gest\u00e4rkt werden f\u00fcr alles, was im Alltag in der Schule und im Beruf und im Haushalt auf uns einprasselt.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Wenn die Zahl der Menschen, die bei uns in Deutschland Zuflucht und Asyl und ein lebensw\u00fcrdiges Auskommen suchen, im neuen Jahr nicht weniger, wenn der Ton hier noch rauer und die Widerst\u00e4nde und Bef\u00fcrchtungen heftiger werden, auch bei uns in Vlotho, dann lasst uns an Gottes Zuspruch und seine Ermutigung denken, die Du uns mit deinem Taufspruch auf den Weg gibst: Die, die ihr Vertrauen auf Gott setzten, hielten zusammen und hatten alles gemeinsam.<\/span><\/span><\/p>\n<p><span style=\"font-family: Arial,sans-serif;\"><span style=\"font-size: small;\">Ich hoffe sehr, Sebastian, dass Du und Svenja, dass Ihr Euch in unserer Gemeinde wohl f\u00fchlen w\u00fcrdet, dass ihr ihr uns Menschen findet, die gerne mit Euch zusammen sind, die gerne mit Euch teilen, was sie von Gott geschenkt bekommen haben, und die gespannt sind auf dass, was Gott uns durch Euch beide zuwachsen l\u00e4sst. Amen<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Eltern und Paten von Svenja Wehmeier, liebe Gemeinde! Der Taufspruch, den Sie f\u00fcr Ihre Svenja ausgesucht haben, steht im 31. Psalm. Er lautet: Meine Zeit steht in deinen H\u00e4nden. 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