{"id":181,"date":"2014-07-27T11:43:18","date_gmt":"2014-07-27T10:43:18","guid":{"rendered":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=181"},"modified":"2014-08-13T11:55:38","modified_gmt":"2014-08-13T10:55:38","slug":"predigt-vom-27-7-2014","status":"publish","type":"post","link":"http:\/\/refgemvlotho.de\/?p=181","title":{"rendered":"Predigt vom 27.7.2014"},"content":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde,<\/p>\n<p>Ich bin heute direkt bei dem ersten Vers unseres Textes h\u00e4ngen geblieben, der so reich an Bildern ist, in dem wir als K\u00f6nige und Priester bezeichnet werden. Und innerhalb des ersten Verses gleich an den allerersten Worten: Legt ab! Legt es weg! Packt es einfach beiseite! Den schwere Koffer den W\u00e4schestapel, Dein bl\u00f6des Buch, was auch immer. Ich wei\u00df nicht genau, ob das griechische Wort das als \u00dcbersetzung hergibt, aber ich denke bei\u201eLegt ab\u201c auch an \u201eZieht aus!\u201c Euer schmutziges T\u00adShirt, das verschwitzte Kleid, die engen Hosen, oder auch die St\u00fctzstr\u00fcmpfe die Euch den ganzen Tag bei der Hitze zur Wei\u00dfglut gebracht haben. \u201eLegt ab!\u201cda h\u00f6re ich raus, \u201eEs wird gehen, es nicht unm\u00f6glich, es ist machbar, f\u00fcr die meisten sogar ein Klacks, ein Kinderspiel, die allt\u00e4glichste Sache von der Welt. Und wenn Du das mit den St\u00fctzstr\u00fcmpfen alleine nicht mehr hinbekommst, dann bittest Du eben jemand um Hilfe, Deine Tochter, wenn sie von der Arbeit nach Hause kommt, den freundlichen Pfleger von der Diakonie. \u201eLegt ab, alle Bosheit, allen Lug und Betrug, und die Heucheleien, die Neidanf\u00e4lle und alle \u00fcble Nachrede.<\/p>\n<p>Da bin ich hellh\u00f6rig geworden, bei der Aussicht, das alles einfach ablegen, beiseite legen zu k\u00f6nnen, wie einen hinderlichen oder zu schweren Gegenstand, oder wie ein durchgeschwitztes, schmutziges Kleidungsst\u00fcck. Das klingt f\u00fcr mich verlockend, verf\u00fchrerisch. Das ist eine Superaussicht. Weil, f\u00fcr mich ist dieses Ablegen alles andere als ein Kinderspiel.Ist das bei Dir anders? Bist du pikiert, was Du mit Bosheiten, mit Neid und Heuchelei zu tun haben sollst. Gehen Dir diese S\u00e4tze schwer oder gar \u00fcber die Lippen: Ich begehe Bosheiten,nicht nur in Gedanken, auch in Taten, ich widerspreche nicht jedes Mal, wenn andere ein zugutes Bild von mir haben, es gibt Menschen, die ich immer wieder um die gleiche Sache beneide,um ihr Gl\u00fcck, um ihren Erfolg, um ihre Redegewandtheit, um ihre offensive Art. Es gibt Situationen, in denen ich heuchele in denen ich es schaffe, anderen mehr Interesse vorzuspielen,als bei mir tats\u00e4chlich vorhanden ist. Ich werfe Menschen, die ich liebe, schlimme Dinge an den Kopf, wenn auch manchmal nur in Gedanken, aber was hei\u00dft schon \u201enur\u201c. Ich erz\u00e4hle negative Sachen \u00fcber einen anderen Menschen, obwohl ich ihm selber das noch nicht gesagt habe, dass ich ihn so sehe.Ist das so, dass Dir solche S\u00e4tze schwer bis gar nicht \u00fcber die Lippen gehen? Warum? Weil das auf Dich alles nicht zutrifft? Weil Du das nicht gerne zugibst, dass es auf Dich zutrifft, wenigsten nicht hier, vor den anderen.Oder sagst Du, na ja, da trifft schon einiges von auch auf mich zu, aber was soll&#8217;s? Bin ich der Papst? Hab ich Ambitionen mit einem Heiligenschein rum zu laufen? Und \u00fcberhaupt: Was soll daran so schlimm sein?Das ist normal, das ist menschlich. Das machen die anderen auch. Das gibt sich wieder. Und die wirklichen Bosheiten, die passieren anderswo: in Syrien, im Sudan, die Panzer, die wir nach Saud i\u00adArabien liefern, die Frauen und M\u00e4dchen, die in Indien zwangs vergewaltigt werden, da kannst Du, da k\u00f6nnen Sie Gift drauf nehmen.Ich will das gar nicht alles in einen Topf werfen und so tun, als ob es da keine Unterschiede g\u00e4be.Noch weniger Lust habe ich, meine eigenen Bosheiten und die von anderen Menschen gegeneinander auszuspielen.Das bringt mich nicht weiter. Und ich behaupte einfach: Egal, was Du sagst, es bringt Dich auch nicht weiter. \u201eLegt ab alle Bosheit, allen Lug und Betrug, und die Heucheleien, dieNeidattacken und alle \u00fcble Nachrede. Ich bleibe dabei. Das ist eine Super\u00adAussicht, dass die Chance besteht, m\u00f6glichst viel davon abzulegen, loszuwerden. Die Bosheiten, die ich anderen innerlich an den Kopf werfe, meine Neidattacken, meine Heuchelei, das tut mir nicht gut, dabei f\u00fchl ich mich nicht gut, sondern mies und es macht mich schlecht gelaunt. Es tut den andren nicht gut. Als Neidhammel bin ich kein lebendiger Stein im Haus unserer Gemeinde sein.Das Gegengift, das Heilmittel? Saugt es in Euch auf, wie die neugeborenen S\u00e4uglinge die unverf\u00e4lschte Muttermilch aufsaugen als das einzig wahre, logische Nahrungsmittel. Auch wenn Ihr Euch nicht mehr daran erinnern k\u00f6nnt wie das war, als ihr selber noch S\u00e4uglinge wart, das habt Ihr doch alle schon gesehen: wie ein neugeborenes Kind schmatzen und begierig an der Brust seiner Mutter saugt. Das Gegengift, das Heilmittel, Eurer einzig wahres, logischesNahrungsmittel lautet so:Saugt Euch damit voll, kostest das bis zum letzten Tropfen aus, wie freundlich der Herr ist, wieg\u00fctig. Erkennt Ihr, dass er es ist, der Euch wie niemand sonst auf dieser Welt n\u00fctzt, ohne dass Dudeshalb ein schlechtes Gewissen von wegen ausn\u00fctzen haben musst?. Wie oft habt Ihr, wie ofthabe ich das schon geh\u00f6rt, dass wir einen g\u00fctigen, einen freundlichen Herrn haben, einen, der Dirn\u00fctzlich ist wie nichts sonst auf der Welt? So oft, dass Dir das zum einen Ohr rein und zumanderen Ohr rausgeht, ohne dass Du weiter dar\u00fcber nachdenkst, ohne dass Dich das ber\u00fchrt, ohne dass Dich das trifft?\u00a0 Wann saugst Du das begierig wie ein neugeborenes Kind in Dich auf, dass wir einen g\u00fctigen, dass wir einen freundlichen Herrn haben? Wenn Du heute zum Abendmahl gehst? Ja, dazu ist das Abendmahl da, dass es uns hilft, Gottes G\u00fcte und Freundlichkeit begierig in uns aufzusaugen. Aber hoffentlich passiert uns das nicht nur beim Abendmahl! Was zeichnet die G\u00fcte und Freundlichkeit unseres Herrn Jesus aus? Was macht sie besonders? Was macht sie so anst\u00f6\u00dfig, so angreifbar, dass die Bauleute diesen von Gott gesetzten Eckstein wegwerfen, weil sie ihn f\u00fcr unbrauchbar halten?Erinnert Ihr Euch an die w\u00fctenden Arbeiter aus Jesu Gleichnis von den Arbeitern im Weinberg?So eine Unversch\u00e4mtheit! Wie kann dieser Weinbergbesitzer, den Leuten, die gerade mal eine Stunde gearbeitet haben, genau das Gleiche zahlen wie uns, die wir von morgens bis abends einschlie\u00dflich der Glutmittagshitze in seinem Weinberg geschuftet haben? Der spinnt doch, der hat sie nicht mehr alle?Und der Weinbergbesitzer bleibt ganz ruhig und sagt: Guckt ihr deshalb so sauert\u00f6pfisch, seid ihr deshalb so w\u00fctend, weil ich so gn\u00e4dig bin. Bin ich nicht frei, mit meinem Geld zu tun, was ich f\u00fcr richtig halte. Ihr habt genau das bekommen, was ich mit Euch ausgehandelt habe.Das ist\u00a0 das Heilmittel, das ist das Gegengift gegen alle Bosheit, die in uns steckt: uns freuen, dass wir einen Herrn haben, der wie dieser Weinbergbesitzer ist, der seine Arbeiter nicht nach geleisteter Arbeit bezahlt, sondern nachdem, was sie zum Leben brauchen, und der dar\u00fcber mit ihnen verl\u00e4ssliche Vertr\u00e4ge abschlie\u00dft. Uns diese verl\u00e4ssliche G\u00fcte gefallen lassen, uns mit denen freuen, denen diese G\u00fcte zu teil wird, mich freuen, dass mir diese G\u00fcte zuteil wird, die Sorge fahren lassen, dass es f\u00fcr mich nicht reichen k\u00f6nnte. Entdecken,dass wir einen reichen Herrn haben, reich in vieler Hinsicht , vor allem aber darin, wie weit er mit seiner Barmherzigkeit zu gehen bereit ist. Uns von diesem Herrn das Z\u00e4hlen verbieten lassen, das Abz\u00e4hlen, meine wie\u00addu\u00admir, so\u00adich\u00addir\u00adRechnungen. Das ist das Heilmittel, das ist das Gegengift gegen alle Bosheit, die von uns ausgeht, dass wir einen Herrn haben, der zu den S\u00fcndern kommt, der zu mir S\u00fcnder kommt, der mich sucht und der mir nachgeht, einen Herrn, der mich sucht und der mir nachgeht, wenn ich heuchele, wenn ich versuche, mich vor anderen in ein besseres Licht zu stellen, wenn ich mit meinen Neidgef\u00fchlen k\u00e4mpfe und nicht wei\u00df, wie ich dagegen ankommen soll, der mich sucht und der mir nachgeht, wenn ich Angst habe, einem Menschen direkt zu sagen, was mir an ihm nicht passt. Das ist das Heilmittel, das ist das Gegengift gegen alle Bosheiten, die ich in meinem Herzen schmiede, dass wir einen Herrn haben, der nicht aufh\u00f6rt, f\u00fcr uns zu beten, der nicht aufh\u00f6rt f\u00fcr mich zu beten, wenn ich mich wie sein Feind auff\u00fchre, der nicht aufh\u00f6rt, f\u00fcr mich zu beten, wenn ich Ansto\u00df an seiner G\u00fcte nehme, wenn ich ihm Vorhaltungen mache, dass das nun wirklich zu weit geht, wenn ich mich gegen die G\u00fcte str\u00e4ube, die er mir zuteil werden l\u00e4sst, wenn mir schon wieder nichts Besseres einf\u00e4llt, als auf meine Leistungen zu pochen. Das ist Gottes Heilmittel, sein Gegengift gegen alle Bosheiten, die versuchen, Macht \u00fcber uns zu bekommen: er l\u00e4sst uns nicht im Ungewissen dar\u00fcber, wie wir mit ihm dran sind, er l\u00e4sst sich nicht durch unsere R\u00fcckfallraten irritieren, er h\u00e4lt fest an seiner Wahl, an der Entscheidung, die er getroffen hat. Wie viel gute Grunde wir ihm auch liefern: Er sch\u00e4mt sich unser nicht, : Er nennt uns sein auserw\u00e4hltes Geschlecht, er nennt uns K\u00f6nige und Priester, er zieht uns den Zahn als w\u00e4ren wir gegen\u00fcber seinem erstgeborenen Sohn Israel immer nur zweite Wahl: er nennt uns sein heiliges Volk, er nennt uns sein Eigentum. Das ist unsere Berufung, das ist unser Vorrecht, dass wir als Gemeinde davon Zeugnis ablegen d\u00fcrfen: dass wir sein Volk sind, sein Eigentum, dass es uns an nichts mangelt, solange er Wohlgefallen an uns hat, solange er uns sein Erbarmen nicht entzieht. Das ist unsere Berufung, das ist unser Vorrecht, von dem Herrn Zeugnis abzulegen, der uns der Sklaverei der Sorge\u00adum\u00aduns\u00adselbst herausf\u00fchrt.<\/p>\n<p>Amen<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Liebe Gemeinde, Ich bin heute direkt bei dem ersten Vers unseres Textes h\u00e4ngen geblieben, der so reich an Bildern ist, in dem wir als K\u00f6nige und Priester bezeichnet werden. 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